Integration in Königsbrunn am Beispiel der Asylbewerberunterkunft "Neuhauswiese"

Auszüge des Berichtes von Frau Claudia Denney in der Augsburger Allgemeinen vom 7. Mai 2016

Über eine breite Palette an Themen – von Asyl bis Verkehrswegeplan – befasste sich bei einem Besuch in der Brunnenstadt jetzt Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag. Er war einer Einladung seiner örtlichen Parteifreunde gefolgt und wollte vor allem die Asylbewerberunterkunft „Neuhauswiese“ im Süden der Stadt kennenlernen.

Bei schönstem Wetter führte der „Bauherr“, GWG-Geschäftsführer Günther Riebel durch die Anlage mit acht Häusern und fasste die Entstehungsgeschichte zusammen. In vier Monaten war es im vergangenen Jahr gelungen, das Konzept zu entwickeln und die Anlage zu verwirklichen. Riebel betonte, dass es sowohl Stadt als auch GWG darauf ankam, Häuser in Holzbauweise zu erstellen, die langfristig nutzbar sind und für das Zusammenleben verschiedener Bewohner gut ermöglichen. In der Anlage können Frauen alleine, Familien zusammen und verschiedene Religionen räumlich getrennt leben. „Das ist ja gigantisch,“ entfuhr es Hofreiter bei diesen Ausführungen. „Ein sehr großes Kompliment für diesen vorbildlichen Prozess, trotz Schnelligkeit Qualität zu schaffen“, lobte der Abgeordnete, „auch finde ich, dass Holz ein guter Wertstoff ist.“ Derzeit leben fast 60 Erwachsene und um die 31 Kinder in der Asylbewerberunterkunft.

Einige von ihnen sahen und hörten die Besucher auch, denn die Kinder spielten unbeeindruckt vor dem hohen Besuch herum. Hofreiter besichtigte auch das Innere einiger Häuser und sprach mit jungen Flüchtlingen.

Im Gemeinschaftshaus tauschten sich die Gäste dann noch über verschiedene Themen aus. Dabei stellte Hofreiter fest, dass er bei seinen Besuchen überall gute Verhältnisse vorfände. Es schade sei, dass durch die Berichterstattungen der Anschein entstünde, es gäbe viel mehr Probleme als es der Fall sei. Er stimmte aber sofort zu, dass die von Riebel angeführten Probleme beim sozialen Wohnungsbau einer schnellen Lösung bedürfen: „Der Bund hat sich aus dem Thema in den letzten Jahren zurückgezogen und das halte ich für einen Fehler“. Länder und Kommunen können die Kosten nicht alleine stemmen.

Zum Thema Integration in der Brunnenstadt stellten Petra Kohnle vom Asylhelferkreis sowie die Stadträte Alwin Jung, Doris Lurz und Wolfgang Leis fest, dass eine bessere Koordination und Absprache zwischen den Verantwortlichen der Stadt und den zahlreichen Helfern stattfinden müsste – auch um die Ehrenamtlichen zu entlasten und unnötige Wege einzusparen. Ebenfalls wurden die Unterbringung und Verpflegung im angrenzenden Gasthof Topkapi angesprochen, die von Helfern und Flüchtlingen kritisiert wird. Josef Gediga, Vizepräsident der Regierung von Schwaben, stellte dazu fest, dass Umstellungen einige Zeit brauchen.

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